Was bleibt, ist die Erinnerung

Monika Hanke, Diplom-Sozialarbeiterin mit Zusatzausbildung in Systemischer Beratung und Therapie

Monika Hanke, (Diplom-Sozialarbeiterin mit Zusatzausbildung in systemischer Beratung imd Therapie) beschreibt ihre Arbeit im Erinnerungscafé des Gerontopsychiatrischen Zentrums am PZN-Wiesloch:

"Bei der biografischen Erinnerungsarbeit mit Demenzkranken im "Erinnerungscafé" versuchen wir, die noch im Langzeit-Gedächtnis vorhandenen Kompetenzen zu sehen, zu fördern und wertzuschätzen. Lebensgeschichtliche Erinnerungen bleiben zumindest in Ausschnitten auch beim Demenzkranken lange erhalten und bieten ihm die Möglichkeit, seine Fähigkeiten wahrzunehmen und zu präsentieren. Beim Gespräch über „alte Zeiten“ rufen wir Erinnerungen wach, die den Patienten spüren lassen, dass er wichtig und wertvoll ist.

In einem gestalteten Raum wie zu „Omas Zeiten“ regen wir die Patienten in einer ungezwungener Kaffeerunde bewusst dazu an, an frühere Erlebnisse und ausgewählte Lebenserfahrungen der Vergangenheit anzuknüpfen. All diese Erinnerungen und Kenntnisse werden von uns sehr interessiert aufgenommen. Diese  natürliche Wertschätzung wirkt sich direkt und nachhaltig auf die Stimmung der Patienten aus.

Dabei ist die Erinnerungsarbeit viel mehr als eine therapeutische Intervention. Uns Jüngeren eröffnet sich dadurch ein Blick auf gelebte Geschichte, an der wir nicht beteiligt waren. Wir lernen Dingen und Fertigkeiten kennen, die unserer modernen Welt zum Opfer gefallen sind.

Auch wir nehmen jedes Mal eine Erfahrung mit in unser eigenes Leben. Daher macht uns diese Arbeit sehr viel Freude."

Ein Beitrag zum Erinnerungscafé wurde in "Die Schwester Der Pfleger (Ausgabe 6/12)" veröffentlicht.
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